Der Afrikaforscher Ignaz Samuel Pallme 1806-1877
zusammengestellt von Josef Aigner
Ignaz Samuel Pallme (* 1. Februar 1806 in Steinschönau, dem heutigen Kamenicky Senov, † 11. Juni 1877 in Hainburg an der Donau) war ein österreichischer Kaufmann und Afrikaforscher, der insbesondere durch seine Erforschung der Region Kordofan im Sudan bekannt wurde.
Frühe Jahre und Ausbildung Pallme stammte aus einer böhmischen Familie von Glasfabrikanten. Seine Herkunft aus einer Familie von Glasfabrikanten dürften auch die Gründe für seine späteren Aktivitäten im Sudan und auch für die Formulierung des Planes zur Kolonisierung großer Teile des nordöstlichen Afrikas seitens der österreich- ungarischen Monarchie sein.
Nach seiner 1821 in Triest absolvierten kaufmännischen Ausbildung, unternahm er Ende 1837 eine Handelsreise in die vom damaligen Vizekönig Ägyptens, Muhammad Ali Pascha (1777-1848), beherrschten Gebiete Oberägyptens, mit dem Ziel, dort Handelsverbindungen aufzubauen. Während dieser Zeit erlernte er auch die arabische Sprache.
Reise nach Kordofan Im Auftrag europäischer Handelshäuser unternahm Pallme von Ägypten aus eine neunzehn Monate lange Handelsreise nach Kordofan. Seine Reise führte ihn durch weite Gebiete des Sudan, wobei er auch längere Zeit in Darfur und dessen Hauptstadt Kobe verbrachte. Dort freundete er sich mit Abumenides, dem jüngeren Bruder des Sultans, an. Nach einem Vorfall, bei dem Abumenides sich mit einem von Pallme erhaltenen Gewehr verletzte und Pallme dafür verantwortlich gemacht wurde, floh er im September 1841 über Nubien nach Kairo und kehrte schließlich nach Rumburk zurück.
Veröffentlichungen und Einfluss Pallme führte während seiner Reisen ausführliche Tagebuchaufzeichnungen, die er später unter dem Titel „Beschreibung von Kordofan und einigen angrenzenden Ländern“ (1843) veröffentlichte. Dieses Werk bietet wertvolle Einblicke in die ethnografischen und historischen Gegebenheiten der Region
und prangert insbesondere den von Muhammad Ali Pascha betriebenen Sklavenhandel an. Seine Beschreibungen gelten als authentische und zeitgenössische Quellen zur Region Kordofan. 1846 trat Pallme als Handelsagent in den Dienst der Österreichischen Donau- Dampfschifffahrts-Gesellschaft und ließ sich in Hainburg an der Donau nieder, heiratete 1847 Anna Kasparek und die beiden hatten zwei Söhne und 5 Töchter.
Verhältnismäßig wenig ist über seine späteren Aktivitäten bekannt.
Bemerkenswert ist jedoch sein Engagement im Revolutionsjahr 1848, als er an der Donauüberquerung kaiserlicher Truppen bei Hainburg maßgeblich beteiligt war. Infolgedessen wurde ihm 1850 das „goldene Zivil-Verdienst-Kreuz mit der Krone“ verliehen.
Ignaz Samuel Pallme starb 1877 in Hainburg an der Donau. Seine Grabstätte wurde vor einigen Jahren aufgelassen. In Hainburg wurde eine Gasse nach ihm benannt.
2024 erhielt das Stadtmuseum Wienertor von Herrn Klaus Thaler, einem Nachkommen des Afrikaforschers, einen Teilnachlass in Form von Briefen, Fotos und einigen persönlichen Aufzeichnungen geschenkt.
Quelle: Wikipedia, Austroforum.org, Österreichisches Biographisches Lexikon und Michael H. Zach – Ignaz Pallme Ein unbekannter Kolonialentwurf für Nordostafrika aus dem Jahr 1851




