Personen

1912 – 1998 Wilhelm Wallner

Wilhelm Wallner – Maler

Verfasst von Kurt Zamykal(2007), ergänzt und überarbeitet von Josef Aigner(2026)

Wilhelm „Willi“ Wallner wurde am 25. März 1912 in Hainburg als neuntes Kind der Eheleute Gregor und Katharina Wallner geboren. Nach dem Besuch der Pflichtschulen absolvierte er die staatliche Försterschule. Da er den erlernten Beruf jedoch nicht ausüben konnte, trat er in das Österreichische Bundesheer in Hainburg ein, wo er für die Betreuung der Brieftauben zuständig war.

Im Jahr 1938 wurde Wallner auf das „Dritte Reich“ vereidigt. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges diente er auf mehreren Kriegsschauplätzen. 1944 geriet er als Angehöriger des Afrika-Korps in Tunesien in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Während der Überfahrt in die USA kam es zu einer Begegnung mit einem alliierten Flottenverband, den Wallner skizzierte und später mehrfach malerisch umsetzte. Ein Aquarell dieses Motivs war lange Zeit in einer Hainburger Wohnung zu sehen. Zudem soll sich im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien ein von ihm gemaltes Leporello (Faltbild) dieses Flottenverbandes befinden. Eine Anfrage im Jahr 2026 beim Heeresgeschichtlichen Museum, brachte kein positives Ergebnis, dort ist kein Bild von Wilhelm Wallner in deren Sammlung.

Als Kriegsgefangener in den Südstaaten der USA war Wallner unter anderem als Baumwollpflücker eingesetzt. Nach seiner Entlassung im Jahr 1946 betrat er in Calais wieder europäischen Boden. Da er bis dahin stets Berufe in Uniform ausgeübt hatte, bewarb er sich beim österreichischen Zoll, wo er auch aufgenommen wurde. Am 10. Juli 1948 heiratete er Cäcilia Mescaros.

An dienstfreien Tagen und besonders an Sonntagen sah man Wilhelm Wallner häufig mit der Staffelei vor Motiven aus Hainburg sitzen. In seiner Freizeit besuchte er regelmäßig Kunstausstellungen. Bei einer dieser Gelegenheiten lernte er den Kärntner akademischen Maler Alexander Spendal (1890, Völkermarkt – 1973, Wien) kennen. Zwischen den beiden entwickelte sich eine enge Freundschaft, die sie auf gemeinsamen Malreisen vertieften. Diese Verbindung war für Wallner von großer Bedeutung – er konnte viel von Spendal lernen und sich künstlerisch weiterentwickeln.

Wilhelm Wallner verstarb am 15. August 1998 in Hainburg, seine Gattin Cäcilia bereits am 3. Dezember 1993.